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Aktuelles

Foto von Iris Kloppich bei der Pressekonferenz
Iris Kloppich am 2. November 2021 bei der Pressekonferenz nach der Sitzung des Sächsischen Kabinetts  © SMS

Am 2. November 2021 hat das Sächsische Kabinett den ersten Tätigkeitsbericht und das Konzept für die künftige Tätigkeit der sächsischen Opferbeauftragten beschlossen. Bislang hat die Opferbeauftragte mit ihrem Team über 70 Gespräche mit Partnerinnen und Partnern der Opferhilfe und des Opferschutzes in der Verwaltung und Zivilgesellschaft geführt. Wichtige Partner innerhalb der Staatsregierung sind das Innen- wie auch das Justiz- und Sozialministerium. Für die Arbeit im Interesse der Opfer ist die Kooperation mit Staatsanwaltschaft und Polizei - besonders im Bereich der Kommunikation und Betreuung von Opfern - sehr wertvoll. Darüber hinaus sind Verbände und Vereine, wie die Opferhilfe Sachsen e.V., der WEISSE Ring, der Landesverband PSNV e.V. und die Traumaambulanzen engagierte Akteure, mit denen die Opferbeauftragte im Gespräch ist.

Staatsministerin Petra Köpping: »Terrorismus und Extremismus richten sich nicht nur gegen Einzelne, sondern gegen die demokratische Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, alle Kräfte anzuspannen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und für unsere Demokratie einzustehen. Deshalb bin ich für den Einsatz von Iris Kloppich sehr dankbar.«

Das Konzept sieht vor, das entstandene Netzwerk weiter auszubauen und lebendig zu halten. Die sächsische Opferbeauftragte erklärt: »Wir müssen präventiv arbeiten und wir dürfen es nicht einzeln tun. Ein Nebeneinander reicht nicht, weil es zulasten der Opfer geht. Vielmehr muss das gegenseitige Rollenverständnis der beteiligten Professionen verbessert werden. Opferhilfe funktioniert ganzheitlich und vernetzt.« Mit wichtigen Akteuren im Hilfesystem, u.a. der Opferhilfe Sachsen e.V. und dem RAA Sachsen e.V., hat Iris Kloppich deshalb Kooperationsvereinbarungen abgeschlossen. Damit sind die Aufgaben im Hilfesystem klar umrissen und erleichtern schnelles, abgestimmtes Handeln im Schadensfall.

Darüber hinaus gibt es eine enge Zusammenarbeit mit dem Opferbeauftragten der Bundesregierung und den Opferbeauftragten der Länder. Der islamistische Anschlag am 4. Oktober 2020 in Dresden hat gezeigt, wie notwendig das länderübergreifende Zusammenwirken ist.

In ihrem Konzept hat sich die Opferbeauftragte mit der aktuellen Situation der Opferhilfe und des Opferschutzes in Sachsen auseinandergesetzt und resümiert: »Wir haben ein gut ausgebautes System der Akuthilfe nach Schadensereignissen. Polizei, Rettungsdienst, medizinische Einrichtungen, weitere Akteure und die ehrenamtlichen Kriseninterventionsteams arbeiten sehr engagiert. All das ist unverzichtbar für Opfer und Betroffene.«

Daran will die Opferbeauftragte künftig anknüpfen: Besonders in großen Schadenslagen arbeitet sie eng mit Polizei und Staatsanwaltschaft, den Teams der psychosozialen Notfallversorgung und Traumaambulanzen, weiteren Partnern, etwa der Opferhilfe Sachsen e.V., dem WEISSEN Ring, der Unfallkasse und dem Kommunalen Sozialverband zusammen. Sie sensibilisiert für die Bedürfnisse der Leidtragenden und lotst Betroffene an die passende Einrichtung oder unterstützende Stelle. Die Kooperation soll eine möglichst lückenlose Betreuung von Opfern und Betroffenen ermöglichen.

Als Opferbeauftragte hat Iris Kloppich in ihrem Konzept Empfehlungen für die Zukunft ausgesprochen. Ihr Ziel ist es, den Opferschutz und die Opferhilfe in Sachsen weiter zu verbessern. Es wird darauf ankommen, gemeinsam mit der Staatsregierung, den zuständigen Behörden, Hilfeeinrichtungen und den Akteuren in der Zivilgesellschaft präventiv und vernetzt zusammen zu arbeiten, damit Menschen, die von Terror und anderen Unglücksfällen betroffen sind, wirksam und nachhaltig unterstützt werden.

»Gemeinsam für Opfer von Terrorismus und Extremismus«

Anknüpfend an unsere 1. Fachveranstaltung 2019 kündigen wir hiermit unsere 2. Fachveranstaltung am 3. November 2021 in Dresden an. Diese ist als Präsenzveranstaltung unter Einhaltung der geltenden Corona-Regeln geplant. 

Ziel ist es, den Schutz und die Unterstützung von Opfern nach schweren Straftaten, insbesondere aufgrund von Terror oder Extremismus, zu verbessern. Wir wollen die Zusammenarbeit all derer fördern, die nach einer terroristischen oder extremistischen Straftat an der Aufarbeitung beteiligt sind. Austausch und Vernetzung der beteiligten Berufsgruppen sind unabdingbar, ebenso Wissen und Verständnis für Aufgaben und Verfahrensweisen der beteiligten Professionen. Anliegen der Fachveranstaltung ist es darüber hinaus, für mehr Empathie und für die individuellen Bedürfnisse der Opfer zu sensibilisieren. 

Die Fachveranstaltung am 3. November 2021 in Dresden bietet Raum zum Kennenlernen, zur Vernetzung, zum Wissenstransfer und zum Perspektivwechsel. Sie richtet sich an ein breites Spektrum von Akteurinnen und Akteuren der Opferhilfe und des Opferschutzes insbesondere aus Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichten, Rechtsanwaltschaft, Opferhilfe, psychosozialer Beratung und Begleitung, psychosozialer Notfallversorgung und Verwaltung. 

Am Vormittag sind kurze Impulsvorträge der Staatsanwaltschaft, Opferhilfe, Rechtsanwaltschaft, psychosozialen Krisenintervention, Polizei und Sächsischen Opferbeauftragten geplant. 

Nach der Mittagspause wird in verschiedenen Dialogrunden Zeit sein, sich weiter kennenzulernen, auszutauschen und praktische Lösungsansätze zu diskutieren. 

Senden Sie uns gern Ihre Fragen und Anregungen an opferbeauftragte@sms.sachsen.de.

Im Vordergrund die Opferbeauftragte Kloppich mit Dr. Porzig vom DRK, im Hintergrund die Geschäftsstellenleiterin der Opferbeauftragten und ein Mitarbeiter des DRK Sachsen © DRK Sachsen

Die Sächsische Opferbeauftragte Iris Kloppich und Dr. Nicole Porzig, Vorstandsmitglied des DRK Landesverbandes Sachsen, haben sich am 15. Juli 2020 zu einem Arbeitsgespräch im Rotkreuz-Zentrum in Dresden getroffen und die weitere Zusammenarbeit vereinbart. 

»Zur Bewältigung eines großen Schadensereignisses ist die Vernetzung der Akteure und Hilfestrukturen unverzichtbar«, so Iris Kloppich und Dr. Nicole Porzig. 

Die Sächsische Opferbeauftragte ist vor allem bei Terroranschlägen oder anderen Großschadensereignissen vertrauensvolle Ansprechpartnerin und Lotsin für Opfer und Betroffene. Das DRK verfügt als einer der großen Wohlfahrtsverbände in Deutschland über vielfältige Hilfestrukturen für Betroffene. In den Räumen des Landesverbandes Sachsen befindet sich auch die Koordinierungsstelle aller Hilfsorganisationen in Sachsen. 
Im Gespräch haben Iris Kloppich und Dr. Nicole Porzig Hilfestrukturen und Rollenverständnisse diskutiert. Auch Fragen der Psychosozialen Notfallversorgung in Sachsen und die Notwendigkeit von regelmäßigen Schulungen sind angesprochen worden. Klar ist, dass Ressourcen gebündelt und bestehende Strukturen genutzt werden müssen. »Letztendlich geht es immer zuerst um die Sache«, sagt Nicole Porzig. Iris Kloppich ergänzt: »Wir müssen die Perspektive des anderen einnehmen, um uns zu verständigen.« 

Zum Abschluss des Gespräches hat Iris Kloppich das neue Lagezentrum des DRK besichtigt. In Krisen- und Katastrophenlagen wird es für die landesweite Koordinierung der Hilfsorganisationen, wie DRK, Diakonie, ASB, DLRG, Johanniter Unfallhilfe und Malteser Hilfsdienst genutzt.

Die Sächsische Opferbeauftragte Iris Kloppich und Geert Mackenroth, Landesvorsitzender des WEISSEN RING in Sachsen arbeiten zukünftig auf der Grundlage einer Kooperationsvereinbarung zusammen. Diese wurde am 6. Juli 2020 in den Räumen des WEISSEN RING e. V. unterzeichnet.

»Gemeinsam stehen wir Opfern von terroristischen und extremistischen Gewalttaten zur Seite. Zusammen zu arbeiten ist sinnvoll und effektiv, es hilft Menschen in schweren Situationen«, so Iris Kloppich und Geert Mackenroth.

Die Vereinbarung beschreibt Aufgaben und Zusammenarbeit der Kooperationspartner - besonders nach großen Schadensfällen, in denen durch terroristische und extremistische Straftaten viele Menschen betroffen sind. In solchen Situationen ist es den Partnern wichtig, durch gemeinsames Handeln schnell und wirksam zu helfen. So treten die Kooperationspartner zügig miteinander in Kontakt, um sich über bestehende Bedarfe abzustimmen und Opfer nach einer Großschadenlage an die passenden Beratungsstellen und Hilfsangebote zu vermitteln. 
Darüber hinaus tauschen sich die Kooperationspartner regelmäßig fachlich aus. Auch die Reflexion getroffener Maßnahmen und gemeinsamer Aktionen haben die Partner vereinbart. 

Am 10. Dezember 2019 fand in der Dresdner Dreikönigskirche die erste Fachveranstaltung der Sächsischen Opferbeauftragten statt, bei der sich zahlreiche Akteure der unterschiedlichen Bereiche der Opferhilfe aus ganz Sachsen getroffen haben. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wurde darüber diskutiert, wie das Hilfesystem praktisch in und nach einem Großschadensfall funktioniert. Beteiligt an der Diskussion waren die Sächsische Opferbeauftragte Iris Kloppich sowie Geert Mackenroth (Vorsitzender des Weissen Rings), Tom Gehre (Vorsitzender der Psychosozialen Notfallversorgung Sachsen), Dr. Julia Schellong (Leiterin des Traumanetzwerkes Seelische Gesundheit), René Demmler (Sächsisches Staatsministerium des Innern, Leiter des Referats »Organisation, Planung, Controlling und Strategie der Polizei«), Andreas Rümpel (Leiter des Brand- und Katastrophenschutzamtes Dresden) und Ricardo Schulz (Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Leipzig).

Anschließend diskutierten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer an wechselnden Thementischen über den Stand und Herausforderungen zu Themen wie Vernetzung, Öffentlichkeitsarbeit, Hilfen bis zu praktischen Fragen des Datenschutzes.

Die Auswertung aller diskutierten Fragen wird im kommenden Jahr in die Konzeption der Sächsischen Opferbeauftragten einfließen.

 

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