Halbzeit beim Pilotprojekt »Forum junge Perspektiven«
Am 26. Juni trafen sich die Jugendlichen des Jugendbeirates »Forum junge Perspektiven« bereits zum vierten Mal – trotz hochsommerlicher Temperaturen. Eingeladen hatte Susann Rüthrich, die Kinder- und Jugendbeauftragte der Sächsischen Staatsregierung. Mit diesem Treffen ist die Halbzeit des Pilotprojekts zur direkten Jugendbeteiligung auf Landesebene erreicht. Damit bot sich ein geeigneter Zeitpunkt, um eine Zwischenbilanz zu ziehen und die weiteren Schritte in den Blick zu nehmen.
Im Verlauf der Diskussion wurde rasch deutlich, dass der Wunsch nach einer Fortführung des Forums über die Pilotphase hinaus groß ist. Viele der Jugendlichen können sich gut vorstellen, sich auch künftig einzubringen. Gemeinsam sammelten sie Ideen und praktische Hinweise für die nächste Ausschreibung, die im Herbst 2026 für das Folgejahr startet.
Inhaltlich ist das Forum in vielen Bereichen involviert. In verschiedenen Arbeitsgruppen beschäftigen sich die Jugendlichen mit Anfragen aus den Ministerien sowie mit Themen, die ihnen selbst besonders am Herzen liegen und die sie auf Landesebene voranbringen möchten. Neu gegründet wurde beispielsweise eine Arbeitsgruppe zur Prävention von K.-o.-Tropfen und anderen heimlich verabreichten Drogen – ein Thema, das durch aktuelle Vorfälle im Umfeld der Jugendlichen an Bedeutung gewonnen hat. Eine weitere Gruppe hat eine Umfrage gestartet, die sich sowohl an Jugendliche als auch an Vereine und Verbände richtet. Sie möchte herausfinden, welche Bedeutung Jugendarbeit und Freizeitangebote für junge Menschen haben (Umfragen s. unten).
Aus den Ministerien liegen derzeit unter anderem Anfragen zu einem möglichen Social-Media-Verbot für Kinder sowie zu Handyverboten an Schulen vor. Aber auch Themen wie die Suche nach einem Atommüllendlager oder die Entwicklung einer Kinder- und Jugendstrategie beschäftigen das Forum. Kreativ und mit viel Spaß planen die Jugendlichen außerdem eine »Jugendlounge« für den Sächsischen Familientag und den Tag des offenen Regierungsviertels im Spätsommer. Darüber hinaus stehen bereits weitere Einladungen und Termine bis ins kommende Jahr fest. Erfolgreich abgeschlossen wurde inzwischen die Anfrage zur Yoggl-App. Die Jugendlichen haben die Anwendung ausprobiert und ihre Einschätzungen sowie Verbesserungsvorschläge eingebracht. Zu Gast war außerdem der Landesschüler- und -schülerinnenrat Sachsen. Die beiden Jugendlichen, die den Rat vertraten, berichteten unter anderem von ihrer erfolgreichen Petition an den Sächsischen Landtag für den Ausbau der Schulsozialarbeit an allen sächsischen Schulen.
Eigentlich sollte der Tag mit einem gemeinsamen Snack an der Elbe ausklingen. Wegen der hohen Temperaturen wurde kurzerhand umgeplant – und so ging es bei Limonade und Wraps im angenehm kühlen Beratungsraum weiter. Die gute Stimmung, das große Engagement und die vielen Ideen machten deutlich: Im »Forum junge Perspektiven« steckt jede Menge Motivation. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse, die daraus in den kommenden Monaten entstehen. Ministerien und Behörden können sich auch weiterhin mit Beratungsanfragen an die Kinder- und Jugendbeauftragte wenden. Diese werden anschließend dem Jugendbeirat vorgestellt, der entscheidet, welche Themen er bearbeiten möchte.
Das »Forum junge Perspektiven«
Das »Forum junge Perspektiven« wurde Ende 2025 von der Kinder- und Jugendbeauftragten der Sächsischen Staatsregierung als Jugendbeirat ins Leben gerufen. 30 junge Menschen im Alter von 14 bis 27 Jahren aus ganz Sachsen beraten die Landespolitik und die Verwaltung zu landespolitischen Themen und bringen dabei ihre Perspektiven und Erfahrungen ein. Die Kinder- und Jugendbeauftragte vermittelt Anfragen aus Politik und Verwaltung an den Jugendbeirat. Gleichzeitig unterstützt sie die Jugendlichen dabei, passende Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner auf Landesebene zu finden, wenn sie eigene Themen und Anliegen einbringen möchten.
Unterstützt wird die Arbeit durch das Referat Bürgerbeteiligung im Sächsischen Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie durch die Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung.