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KORA-Forum 2020

Das Logo der Koordinierungs- und Beratungsstelle Radikalisierungsprävention mit zwei Händen, die sich im »O« des Wortes »KORA« begegnen. © SMS

 

Die Koordinierungs- und Beratungsstelle Radikalisierungsprävention (KORA) unterstützt als Teil des Demokratie-Zentrums Sachsen den Kampf gegen islamistische Radikalisierung und Islam- und Muslimfeindlichkeit. Das Tagungsformat KORA Forum ging im Jahr 2020 in die vierte Runde. Die Veranstaltung diente als Plattform für fachlichen Austausch und Netzwerk zur Prävention und Intervention bei islamistischer Radikalisierung und Islam- und Muslimfeindlichkeit in Sachsen. 

Aufgrund der Corona-Pandemie fand das KORA Forum am 2. November 2020 vollständig online statt.

Das KORA Forum trug diesmal die Überschrift Online / Offline - neue Impulse für die Radikalisierungsprävention.

Besondere Highlights waren das Grußwort der Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Petra Köpping und die Keynote von Prof. Dr. Peter Neumann vom renommierten King’s College London. In seinem Vortrag ging er auf die Herausforderungen von Radikalisierung im digitalen Raum ein und mögliche Gegenstrategien.

In der nachfolgenden Online-Diskussion ging es um Gender und Radikalisierung. Die Herausforderung islamistisch geprägten Vorstellungen von Gesellschaftsordnungen auf einer ideologiekritischen, aber auch sozialarbeiterischen Ebene zu begegnen, ist Aufgabe einer geschlechtersensiblen Deradikalisierungsarbeit. Auf der anderen Seite stehen muslimisch gelesene Menschen immer wieder im Fokus problemorientierter geschlechtsbezogener Debatten. Die Abgrenzung von tatsächlichen Herausforderungen, orientalistischen Vorstellungen vom muslimischen Anderen und dezidierter Muslimfeindlichkeit, fällt zunehmend schwer. Wie gelingt eine differenzierte Auseinandersetzung? Welche Abgrenzungen sind notwendig? Antworten darauf lieferte die Online-Diskussion.

Am Nachmittag komplettierten zwei Themenforen das Programm. Im Themenforum 1 wurde der Umgang mit Erfahrungen von Islam- und Muslimfeindlichkeit in der universellen Präventionsarbeit diskutiert.  Es ging u.a. um die Frage welche Ansprüche an politische Bildung, Prävention und Deradikalisierung zu stellen sind, um sowohl von muslimfeindlichen als auch islamistischen Akteuren verwendete Schwarz-Weiß-Anschauungen aufzulösen? Das Themenforum 2 beschäftigte sich mit Antisemitismus als gemeinsames Feindbild in islamistischen und muslimfeindlichen Ideologien, denn in den vergangenen Jahren hat der Verfassungsschutz eine deutliche Zunahme des Antisemitismus in Deutschland verzeichnet. Zwar liegt der Schwerpunkt der Vorfälle nach wie vor im Phänomenbereich Rechtsextremismus, aber auch der Bereich des Islamismus nimmt an Relevanz zu. Im Themenforum wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Ideologien diskutiert und Möglichkeiten der Bekämpfung besprochen.

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