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Informationen für Outdoorbegeisterte

Zwei Rucksäcke, daneben der Schriftzug Informationen für Outdoor-Begeisterte © SMS

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Erkrankung der Haus- und Wildschweine. Sie ist nicht auf den Menschen übertragbar, kann aber durch den Menschen weitergetragen werden.

Wenn die ASP nach Sachsen kommt, sind die wirtschaftlichen Folgen enorm. Das trifft nicht nur, wie man sich wahrscheinlich in erster Linie vorstellt, die großen Schweinehaltungsbetriebe, sondern eine ganze Reihe von Betrieben, besonders dann, wenn sie in einem Restriktionsgebiet liegen. Hier werden kleine Hobbyhalter genauso wie die großen Mastbetriebe in ihrem Handeln für mehrere Monate eingeschränkt. Doch das ist noch nicht alles, denn die ASP trifft ja nicht nur den Schweinehalter, sondern auch die Betriebe und Firmen, die mit den Bauern in einer Geschäftsbeziehung stehen, zum Beispiel Transportunternehmen, Futtermittelhersteller, Schlachtereien sowie fleischverarbeitenden Betriebe mit ihren Angestellten. Dazu gehören auch Tierärzte, Besamungstechniker, Tiergesundheitsaufseher, Tiergesundheitskontrolleure, Veterinärassistenten, Veterinäringenieure, Veterinärtechniker und eine ganze Anzahl weiterer Berufe, die mit der Landwirtschaft und der Tierhaltung zu tun haben.

Aus diesem Grund ist es von enormer Bedeutung, die Afrikanische Schweinepest nicht nach Sachsen zu bringen!

Was bedeutet das im Einzelnen?

Wir möchten Sie um Ihre Unterstützung bitten: Die Afrikanische Schweinepest darf nicht nach Sachsen und damit Deutschland eingeschleppt werden. Wie Sie vorbeugen können, steht unter »Was kann ich tun?«.

Falls die Seuche in Deutschland ausbrechen sollte, könnte es möglicherweise zu Einschränkungen in den Gebieten kommen, die Sie normalerweise für Ihre Outdoor-Aktivitäten nutzen möchten. Welche konkreten Maßnahmen im Einzelfall erforderlich sein werden, kann erst in der Seuchenlage entschieden werden. Beispielsweise kann es zur Bekämpfung einer Tierseuche nötig sein, in umgrenzten Gebieten Zutrittsbeschränkungen zu erlassen.

Verbreitung

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(© SMS)
Zu sehen ist die Übertragung von einem kranken Wildschwein auf ein bisher gesundes Wildschwein, über Wanderschuhe oder Essensreste.
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(© SMS)
Zu sehen ist die Übertragung von einem kranken Wildschwein auf ein bisher gesundes Wildschwein.

Die Afrikanische Schweinepest wurde 2007 durch ein Transportschiff von Afrika nach Georgien gebracht. Von dort breitete sich die Tierseuche weiter aus. Betroffene Länder sind unter anderem die Ukraine, Weißrussland, die Russische Föderation, Litauen, Polen, Lettland, Estland, Ungarn und Tschechien. Die Tierseuche zieht also langsam von Osten nach Westen. Das bedeutet, dass die ASP keine Erkrankung ist, die nur einmal auftritt und dann wieder verschwindet. Es ist zu befürchten, dass wir in den kommenden Jahren vermutlich mit Ausbrüchen rechnen müssen.

Das ASP-Virus ist in Blut, Gewebe und Kot zu finden. Die Afrikanische Schweinepest kann sowohl direkt von Tier zu Tier, als auch indirekt durch Menschen, Gegenstände oder Fleischprodukte übertragen werden.

Das Virus der ASP ist besonders lang bei kalten Temperaturen haltbar. Es überlebt sogar circa 1000 Tage in gefrorenem Fleisch und 140 Tage in luftgetrocknetem Schinken.

Produkt

Überlebensdauer in Tagen

Fleisch mit und ohne Knochen/ Hackfleisch

105

Gesalzenes Fleisch

182

gekochtes Fleisch (mind. 30 Min. bei 70°C

0

Fleischkonserve

0

Getrocknetes Fleisch

300

geräuchertes knochenloses Fleisch

30

gefrorenes Fleisch

1000

Kühlfleisch

110

Innereien

105

Haut/Fett (auch getrocknet)

300

luftgetrockneter Serrano-Schinken

140

Quelle der Daten: http://asforce.org/course/#

Bereits mehrere Male ist die Afrikanische Schweinepest durch den Menschen in neue Gebiete eingetragen worden. Das passiert auf einem sehr ungewöhnlichen Weg. Wenn jemand in einem Ausbruchsgebiet, zum Beispiel im tschechischen Zlin einen Schinken mitnimmt, der von einem an der Afrikanischen Schweinepest erkrankten Schwein oder Wildschwein stammt, dann hält sich das Virus dieser Erkrankung auch in dem Schinken. Beispielsweise überdauert es in luftgetrockneten Serrano-Schinken bis zu 140 Tage, in gefrorenem Fleisch sogar bis zu 1000 Tage. Und wer weiß schon, ob in einem Gebiet, in dem man vor 33-34 Monaten gefrorenes Fleisch gekauft und mitgenommen hat, die Afrikanische Schweinepest angezeigt wurde? Das Virus wird also über das Fleischprodukt, in diesem Beispiel ein Schinken, nach Sachsen oder einen anderen Ort, gebracht.

Stellen Sie sich vor: Hier belegt jemand, ohne es zu wissen, für die Wandertour ein Brötchen mit dem fraglichen Schinken. Auf der Tour isst er das Schinkenbrötchen vielleicht nicht oder nicht vollständig auf. Da unser Wanderer keine Lust hat, den Rest vom Schinkenbrötchen wieder mit nach Hause zu nehmen, denkt er sich vielleicht »Ist ja auch Natur und kein Plastik.« und wirft es in Unkenntnis weg. Das kontaminierte Schinkenbrötchen wird von einem Wildschwein gefunden, gefressen und das Wildschwein erkrankt an der Afrikanischen Schweinepest. Dann steckt es die anderen Wildschweine in der Rotte an.

So unwahrscheinlich das klingt, scheint es bereits mehrfach der Fall gewesen zu sein. Das Virus ist bei einzelnen Ausbrüchen plötzlich 300 oder 500 km weiter gefunden worden. Soweit kann kein Wildschwein so schnell laufen. Hier ist es der Mensch, der das Virus streut. Das Virus hält sich gut in Blut, anderen Körperflüssigkeiten und Gewebe. Das lässt sich leicht weitertragen durch zum Beispiel Stiefel, Fahrzeugreifen und Kleidung (hier sind auch die Jäger gefordert) aber eben auch Fleischprodukte.

Was kann ich tun?

  1. Schweineprodukte aus betroffenen Gebieten nicht nach Deutschland mitnehmen!
  2. Am Rastplatz/Parkplatz keine Speisereste in unverschlossene Mülleimer werfen (am besten wieder mitnehmen und woanders in wildschweinsicheren, verschließbaren Mülleimer entsorgen).
  3. Die Augen offenhalten und Wildschweinkadaver melden.

Informieren Sie sich, wo die Afrikanische Schweinepest ausgebrochen ist. Dies geht zum Beispiel über die Internet-Seite des Friedrich-Loeffler-Institutes. Hier werden neue Ausbrüche in einer Karte dargestellt.

Falls Sie bereits in einem ASP-Ausbruchsland sind, werden Sie in den betroffenen Gebieten Schilder finden, auf denen in der Landessprache vor der Afrikanischen Schweinepest gewarnt wird.

Beispiele für Afrikanische Schweinepest in unterschiedlichen Sprachen:

  • Russisch: Африканская чума свиней
  • Polnisch: Afrykański pomór świń
  • Tschechisch: Africký mor prasat
  • Ukrainisch: Африканська чума свиней

Essen Sie Lebensmittel, die vom Schwein gewonnen werden, direkt in dem Gebiet und werfen Sie Reste in einen wildschweinsicheren Mülleimer mit verschließbarem Deckel oder nehmen Sie sie mit in die Unterkunft und entsorgen Sie sie dort. Bringen Sie diese Lebensmittel nicht mit nach Deutschland.

Falls Sie erst auf der Rückreise feststellen, dass in dem Gebiet, in dem Sie waren, die Afrikanische Schweinepest ausgebrochen ist, nehmen Sie die Lebensmittel mit nach Hause und entsorgen Sie sie dort. Werfen Sie sie nicht auf dem Parkplatz in die Landschaft.

Wenn Sie sich in der Umgebung von Wildschweinen aufhalten, zum Beispiel beim Wandern, Klettern, Slacken, Angeln, Kanufahren, Reiten, Inline-Skaten, Laufen, Mountainbiken oder ähnlichem, halten Sie die Augen offen nach kranken (siehe Klinik) oder toten Wildschweinen. Die liegen oft recht versteckt, aber falls Sie sie entdecken, sollten Sie die Behörden informieren.

Klinik

Die Symptome sind leider relativ unspezifisch. Die Wildschweine können Blutungen (Nase, Haut, blutiger Durchfall) haben, aber auch Fieber, Schwäche, Atemprobleme und Bewegungsstörungen können auftauchen. Da bis zu 90 Prozent der infizierten Tiere sterben, ist auch bei Fallwild (Fehlen von Anzeichen äußerer Gewalteinwirkung als Todesursache; Tierische Lebensmittel-Hygieneverordnung - Tier-LMHV) und Unfallwild daran zu denken, dass es sich hier um Tiere mit einer ASP-Infektion handeln könnte.

Kadaverfund und zu informierende Stellen

Wenn Sie ein totes Wildschwein finden, können Sie unbesorgt sein, das Tier kann Sie nicht anstecken, auch wenn es an der Afrikanischen Schweinepest gestorben ist.

Bitte melden Sie Ihren Fund an eine der unten aufgezählten Stellen:

  • Polizeidienststelle
  • Straßen-/Autobahnmeisterei
  • Forstdienststelle
  • Gemeinde-/Stadt-/Kreisverwaltung:
  • Ordnungsamt
  • untere Jagdbehörde
  • Veterinäramt (https://www.gesunde.sachsen.de/6867.html)
  • Jagdausübungsberechtigte

Es gibt eine kostenfreie App Tierfund-Kataster, in die jederzeit mobil Daten eingegeben werden können. Sie dient der bundesweiten Erfassung von Wildunfällen sowie anderen Totfunden. Auch Wildschweinfunde können hier eingegeben werden. Die Daten werden dann an die zuständigen Behörden weitergeleitet.

App Tierfund-Kataster

Bitte denken Sie an die Möglichkeit, dass Sie selbst die Tierseuche an Ihrer Kleidung weitertragen könnten. Das heißt, wenn Sie Kontakt zu dem Kadaver hatten oder auch nur denken, dass die Möglichkeit besteht, sollten Sie Ihre Kleidung und Schuhe gründlich reinigen und  desinfizieren. Das Virus überlebt bei 56°C 70 Minuten und bei 60°C 20 Minuten. Dementsprechend sollten Sie Ihre Waschprogramme auswählen. Es versteht sich von selbst, dass mit dieser Kleidung nicht in den Wald oder in den Schweinestall gegangen wird, bevor sie nicht ausreichend gereinigt wurde.

Ausbruchsgebiete

Da sich die Ausbruchsgebiete immer wieder verändern, können die betroffenen Gebiete auf der Afrikanischen Schweinepest-Seite des Friedrich-Loeffler-Institutes eingesehen werden. Dort werden sie wöchentlich aktualisiert.

Karte des Friedrich-Löffler-Instituts

Wenn die ASP in Deutschland ausgebrochen ist, wird es auch auf der TierseuchenInformationsSystem-Seite stehen: 

TSIS - TierSeuchenInformationsSystem

Zusätzliche Informationen/weitere Hinweise

Weitere Informationen gibt es auf folgenden Homepages:

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