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Informationen für Jäger

Zu sehen ist ein Wildschwein, daneben der Text: Informationen für Jäger.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Erkrankung der Haus- und Wildschweine. Sie ist nicht auf den Menschen übertragbar, kann aber durch den Menschen weitergetragen werden.

Die Folgen eines Ausbruchs der ASP ist eine starke, monatelange Einschränkung des Handels mit (Wild-) Schweinefleisch, des Transports, der Produktion und damit verbunden auch hohe Kosten und Verluste für den Jäger, Landwirt, Transporteur, Fleischverarbeitende Betriebe und nicht zuletzt den Freistaat Sachsen.

Für den Jäger und uns gibt es hier zwei Schwerpunkte:

  • Mithilfe bei der Verhinderung der Einschleppung der afrikanischen Schweinepest aus Ausbruchsgebieten
  • Verhindern der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinpest im Seuchengeschehen.

Was bedeutet das im Einzelnen?

Als Jäger sind Sie eine Schlüsselfigur im Seuchengeschehen. Sie sind direkt vor Ort, und kennen Ihr Gebiet und vielleicht sogar die Plätze an denen sich die Wildschweine bevorzugt aufhalten. Sie haben ein Auge auf die Rotte(n) und können die klinischen Anzeichen einer Erkrankung durch Ihre Ausbildung und Erfahrung erkennen. Sie sind vermutlich auch derjenige, der einen toten Wildschweinkörper im Wald entdeckt und die Stelle den Mitarbeitern im Veterinäramt beschreiben kann. Es ist also auch für Sie wichtig zu wissen, wie die Afrikanische Schweinepest verbreitet wird, beziehungsweise was Sie tun können, um sie nicht selbst unbeabsichtigt zu verbreiten.

Verbreitung

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(© SMS)
Dargestellt ist in einer Grafik die Übertragung von Tier zu Tier - gestaltet mit einem roten Pfeil vom kranken über Essen bzw. verschiedene Gegenstände zum dann auch kranken Tier.
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(© SMS)
Dargestellt ist in einer Grafik die Übertragung von Tier zu Tier - gestaltet mit einem roten Pfeil vom kranken zum gesunden Tier.

Die Afrikanische Schweinepest kann sowohl direkt von Tier zu Tier, als auch indirekt durch Menschen, Gegenstände oder Fleischprodukte übertragen werden.

Das Virus der ASP ist besonders lange bei kalten Temperaturen haltbar. Es überlebt zum Beispiel 1000 Tage in gefrorenem Fleisch und 140 Tage in luftgetrocknetem Schinken.

Jagdtrophäen und allgemein Material, das bei der Jagd verwendet wurde und nicht ordnungsgemäß gereinigt wurde (Stiefel, Kleidung, Messer, Wannen, Autoreifen und vieles mehr) sind als Risiko einzustufen. Das lenkt auch einen besonderen Blick auf revierübergreifende Jagden und Jagdreisen in Gebiete, die bereits betroffen sind. 

Klinik

Die Symptome sind leider relativ unspezifisch. Die Wildschweine können Blutungen (Nase, Haut, blutiger Durchfall) haben, aber auch Fieber, Schwäche, Atemprobleme und Bewegungsstörungen können auftauchen. Da bis zu 90 Prozent der infizierten Tiere sterben, ist auch bei Fallwild und Unfallwild daran zu denken, dass es sich hier um Tiere mit einer ASP-Infektion handeln könnte.

Schutz vor indirekter Weiterverbreitung

Ein Mann steht an einer Waschmaschine und säubert alle Gegenstände und seine Kleidung. © SMS

Da die ASP keine Zoonose ist, können Sie sich nicht anstecken, aber Sie können die Seuche weitertragen.

Dementsprechend sollten ein paar Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Blut, Gewebe (Fleisch, Haut), und andere Flüssigkeiten (Nasenausfluss, Darminhalt) sind infektiöses Material. Das heißt, wenn Sie Kontakt damit hatten oder auch nur denken, dass die Möglichkeit besteht, sollten Sie Ihre Jagdausrüstung, Ihre Kleidung und Jagdstiefel sowie weitere Gerätschaftenzum Beispiel Jagdwannen, Jagdmesser bis hin zu den Autoreifen gründlich reinigen und gegebenenfalls auch desinfizieren. Das Virus überlebt bei 56°C 70 Minuten und bei 60°C 20 Minuten. Dementsprechend sollten Sie Ihre Waschprogramme auswählen. Es versteht sich von selbst, dass mit dieser Kleidung nicht erneut auf die Jagd gegangen wird, bis sie ausreichend gereinigt ist. Sollten Sie Jäger und Landwirt sein, ist im eigenen Interesse getrennte Schutzkleidung Pflicht.

Übertragung durch andere Raubtiere/Aasfresser

Laut Friedrich-Löffler-Institut scheint momentan nichts darauf hinzudeuten, dass Aasfresser und Raubtiere eine Rolle in der Verbreitung der ASP spielen. Es kann natürlich nicht ausgeschlossen werden, dass auch hier das Virus indirekt weitergetragen wird, aber eine Vermehrung des Virus scheint nicht vorzukommen.

Meldung – und Probenahme

Im Tierseuchenfall sind die Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämter (LÜVÄ) verantwortlich für die Verfahrensabläufe (zum Beispiel Probenahme) bei den Jagden. 

Fallwild und Unfallwild sind selbstverständlich im ASP-Ausbruchsgeschehen dem LÜVÄ anzuzeigen. Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten (Anruf, Tierfund-App, persönlicher Kontakt). In jedem Fall ist es gut, die Stelle zu markieren und, wenn möglich, auch die Fundstelle zu georeferenzieren. Dies geht relativ einfach über das Mobiltelefon. Auch ein Foto von der Fundstelle/dem Kadaver kann dazu beitragen, die Stelle später leichter wiederzufinden.

Ausbruchsgebiete

Da sich die Ausbruchsgebiete immer wieder verändern, können die betroffenen Gebiete auf der Afrikanischen Schweinepest-Seite des Friedrich-Loeffler-Institutes eingesehen werden. Dort werden sie wöchentlich aktualisiert.

Karte des Friedrich-Löffler-Instituts

Wenn die ASP in Deutschland ausgebrochen ist, wird es auch auf der TierseuchenInformationsSystem-Seite stehen: 

TSIS - TierSeuchenInformationsSystem

Jagdreisen

Eine Ampel mit Angaben zu Dingen, die verboten sind (rot), Dinge, die man nicht tun sollte (gelb) und Dinge, die man tun kann (grün). © SMS

Die Ausbruchsgebiete bringen uns direkt zu dem zweiten wichtigen Punkt: den Jagdreisen. Hier ist der verantwortungsvolle Jäger gefragt! Es gilt, sich, wenn man eine Reise plant, zu informieren, wo genau die ASP ausgebrochen ist. Das Logischste für Sie wäre an dieser Stelle, diese Region zu meiden und in ein weniger risikoreiches Gebiet zu reisen. Wenn Sie bereits unterwegs sind, sollten Sie auf die Schilder vor Ort achten, denn auch dort werden Warnhinweise in regelmäßigen Abständen um das Gebiet herum aufgestellt.

Falls Sie eine Jagdreise in diese Gebiete aus irgendwelchen Gründen nicht absagen können, ist hier besondere Vorsicht und ein hohes Maß an Verantwortung gefragt. Wie bereits gesagt, ist das Virus sehr lange in Blut, Sekreten, Kot aber auch Gewebe haltbar. Dies schließt Jagdtrophäen mit ein. Auf einer Jagdtrophäe kann das Virus ebenso wie in Wurst oder Schinken über die Grenze getragen werden. Nehmen Sie in diesen Zeiten Abstand davon eine Jagdtrophäe mitzunehmen. Auch die Wurst oder anderes wie zum Beispiel Hundefutter, sollte im Ursprungsland und damit im Ausbruchgebiet verbleiben. Wenn möglich, nutzen Sie nicht Ihr eigenes Fahrzeug. Nehmen Sie nicht Ihren Hund mit. Falls möglich, lassen Sie Ihre Jagdausrüstung Zuhause.

Falls Sie dennoch Ihre eigene Ausrüstung unter allen Umständen nützen müssen, dann betrachten Sie sie als Risikomaterial und behandeln sie entsprechend. Reinigen Sie Ihre Ausrüstung unter heißem Wasser mit entsprechendem Waschmittel zuerst grob um den eingetrockneten Schmutz und ggfs. das Blut, Kot oder Gewebe zu entfernen. Dann sollten Sie diese Gegenstände noch einmal fein reinigen. Führen Sie eine Desinfektion der Gegenstände durch! Die geeigneten Desinfektionsmittel finden Sie auf der Liste der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft oder Sie fragen bereits vorab beim zuständigen Veterinäramt. Reinigen und desinfizieren Sie die Sachen bereits bevor Sie das Ausbruchsgebiet verlassen und stellen Sie sicher, dass es nicht zu einer erneuten Kontamination kommt. Falls dies nicht möglich ist, reinigen und desinfizieren Sie Ihre Gegenstände vor Grenzübertritt. Stark kontaminierte Gegenstände, die Sie nicht mehr reinigen können, entsorgen Sie bitte wildschweinsicher (Mülleimer mit verschließbarem Deckel) im Ausbruchsgebiet.

Weitere Informationen gibt es auf folgenden Homepages:

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