1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Archiv 2009

10.09.2009 - Grußwort anlässlich des 6. Lübecker Symposiums Best Hospital 2020 im Universitätsklinikum Dresden

- Es gilt das gesprochene Wort -

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
Herr Professor Albrecht,
Herr Dr. Kösters,
Herr Dr. Krötsch,
sehr geehrte Gäste, meine Damen und Herren,

herzlich Willkommen in der Sächsischen Landeshauptstadt Dresden!

Ich darf sie herzlich grüßen von unserem Ministerpräsidenten, Stanislaw Tillich, und ich freue mich, heute bei Ihnen zu sein.

Dass das 6. Lübecker Symposium dieses Jahr in Dresden gastiert, ist aus fachlicher Sicht sicher kein Zufall. Ein schöner Zufall ist es aber, dass der Namensgeber unseres Universitätsklinikums, Carl Gustav Carus, auch eine Brücke nach Lübeck schlägt – nämlich in seiner Eigenschaft als Maler der Romantik. Einige seiner Gemälde sind heute im renommierten Museum Behnhaus Drägerhaus in Lübeck zu bewundern. Mit Romantik allerdings hat das heutige Thema nichts zu tun. Im Gegenteil.

Es geht um realistische Analysen und um klare Ziele:
Wo stehen wir heute? Was kommt auf uns zu? Und vor allem: Wo werden, wo wollen unsere Krankenhäuser in zehn Jahren stehen?

Unser Bundesland Sachsen hat deutschlandweit den höchsten Altersdurchschnitt. Der demografische Wandel ist deshalb für uns weder ein irreales Schreckgespenst, noch Zukunftsmusik. Seine Auswirkungen sind bereits heute Realität. Und sie sind spürbar, auch für die einzelne Bürgerin, für den einzelnen Bürger. Dabei habe ich weniger die medizinische Infrastruktur im Fokus. Denn diese ist zumindest hier in Sachsen 20 Jahre nach der Wiedervereinigung in einem sehr guten Zustand. Was nicht weiter wundert, denn dahinter steckt ein gigantisches staatliches Investitionsprogramm von über 4,6 Milliarden Euro.

Was uns wirklich Sorgen bereitet, ist die ambulante ärztliche Versorgung. Schon jetzt fehlen in einigen ländlichen Regionen Hausärzte, Augen- und Kinderärzte. Und das ist erst der Beginn: Denn das Durchschnittsalter aller niedergelassenen Ärzte liegt bei über 51 Jahre. Hier wird sehr deutlich, vor welchen Herausforderungen wir stehen – und unser Gesundheitssystem muss mit all seinen Akteuren darauf reagieren. Noch besser: wir müssen agieren, damit uns noch Gestaltungsspielraum bleibt, und wir nicht nur Schadensbegrenzung betreiben können. Die beiden sächsischen medizinischen Fakultäten sind sich dieser Verantwortung bewusst, und Sie haben auch schon entsprechende Maßnahmen ergriffen.

Gleiches gilt für den Staat: Deshalb initiiert der Freistaat Sachsen bereits seit mehreren Jahren und auf unterschiedlichen Ebenen Maßnahmen den drohenden Ärztemangel.

Ich erinnere nur an unser gerade aufgelegtes Programm für Medizinstudenten. Aber es wird nicht reichen, dass wir uns um Infrastruktur und medizinischen Nachwuchs kümmern. Wir müssen uns der Frage stellen, wie die medizinischen Leistungen finanzierbar bleiben können. Die Zeiten, in denen dynamisch wachsende Beitragseinnahmen verteilt werden konnten, sind vorerst vorbei. Das hat uns die globale Wirtschaftskrise sehr eindrücklich vor Augen geführt. Diese Krise mag zwar ein temporäres Ereignis sein. Wir sollten uns jedoch nicht der Illusion hingeben, dass dem dramatischen Einbruch ein ebenso rasanter Anstieg des Wirtschaftswachstums folgt. Deshalb müssen wir vorsichtig bleiben: Unser ohnehin schon teueres Gesundheitssystem verträgt keine weiteren kostspieligen Forderungen. Wir können auch die Beitragssätze der Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht beliebig anheben. Denn dieses Geld würde an anderer Stelle im System wiederum fehlen, beispielsweise bei den Investitionen der Unternehmen oder beim Binnenkonsum.

Wenn wir also festhalten wollen an unserem qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung, bleibt uns nur: mehr Effizienz. Ja, ich weiß, die Feststellung ist weder neu noch originell.
Sie findet sich in beinahe jeder Gesundheitsreform der letzten Jahre wieder. Aber trotzdem bleibt diese Feststellung alternativlos. Denn letztlich geht es dem Staat an dieser Stelle ähnlich wie einem Unternehmen. Wir haben ein begrenztes Budget, aus dem wir das Maximum ausschöpfen müssen – im Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger.

So ähnlich haben Sie es in der Einladung für dieses 6. Lübecker Symposium formuliert – allerdings aus Sicht der Mediziner und der Klinikvorstände. Ich jedenfalls bin gespannt auf Ihre Ergebnisse und Lösungsansätze, die Sie am Ende der Veranstaltung in der Dresdner Agenda veröffentlichen werden.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen für Ihr Symposium informative Vorträge, gute Diskussionen und viel Erfolg!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Marginalspalte

© Institution