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Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz

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Archiv 2010

08.06.2010 - Grußwort anlässlich der Eröffnung der Fotoausstellung »Frühe Hilfen bieten Perspektiven« des Landesprojektes »Netzwerke für Kinderschutz – pro Kind sachsen«

- Es gilt das gesprochene Wort -

Sehr geehrte Damen und Herren,

zum 01. Januar 2008 haben wir das Landesprojekt »Netzwerke für Kinderschutz in Sachsen« auf den Weg gebracht. Damit konnten wir einmal mehr unter Beweis stellen, dass die Sächsische Staatsregierung nicht nur Kinderschutz fordert. Nein, wir tun auch aktiv etwas zum Schutze unserer Kleinsten. Ein Teil dieses Landesprojekts ist die Initiative »Pro Kind – Wir begleiten junge Familien.« Wie erfolgreich Frühe Hilfen für schwangere Frauen in besonderen Lebenslagen sein können, sehen wir heute in dieser Ausstellung. Die ich hiermit für eröffnet erkläre.

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Familien,
herzlich willkommen in Dresden.
Ich freue mich, dass Sie alle da sind:

  • die »geistigen Mütter und Väter« der Idee
  • die »Macher« der Ausstellung und
  • die zahlreichen Vertreter und Unterstützer des Projektes »Pro Kind« in Sachsen.

Ganz besonders aber begrüße ich die Hauptdarstellerinnen und -darsteller der Foto-Schau. Ohne Sie hätten wir heute nichts zu sehen. Weil Sie und ein Teil Ihrer Lebensgeschichte im Mittelpunkt der Ausstellung stehen.

Das Frühpräventionsprogramm »Pro Kind« knüpft genau hier an – an der individuellen Lebenslage der Familien. An den Potenzialen und Ressourcen, die vorhanden sind. Wir alle tragen einen Schatz an Erfahrungen und Begabungen in uns.

Manchmal bleibt der Schatz aber durch besondere

  • Umstände,
  • Schicksalsschläge oder
  • mangelnde Unterstützung und Förderung
    verborgen. Diesen Schatz gilt es zu heben und Selbsthilfekräfte zu mobilisieren.

Sehr geehrte Damen und Herren,
frühe Hilfen sind als

  • frühzeitige,
  • aufsuchende und
  • familienstärkende Angebote
    gestaltet. Der Mensch wird dabei nicht isoliert betrachtet oder gar auf einen Problem- oder Risikofall reduziert. Vielmehr wird das gesamte Leben in den Blick genommen. Gemeinsam suchen Sie nach Ressourcen in der eigenen Persönlichkeitsentwicklung, in der Familie, im Freundeskreis oder im Stadtteil.

Dieser ganzheitliche Ansatz erfordert ein hohes Maß an

  • Achtsamkeit,
  • Sensibilität,
  • Empathie,
  • Vertrauen und
  • einen wertschätzenden Umgang.
    Im Projekt »Pro Kind« wird darauf besonderer Wert gelegt.

Sehr geehrte Damen und Herren,
mit den Bildern der Fotoausstellung ist ein sehr einfühlsamer Blick auf die Teilnehmerinnen des Programms »Pro Kind« und ihre Familien gelungen. Das ist nicht selbstverständlich.

Wir kennen genügend Beispiele von medialen Formaten, die Aufgaben der sozialen Arbeit

  • thematisieren,
  • sie sozusagen inszenieren und
  • dabei die Betroffenen eher bloßstellen.

Ganz anders empfinde ich dagegen diese Ausstellung: Sie bildet einen Teil der Privatsphäre der Familien ab – geht aber achtsam mit ihr um. Es ist eben nicht der Blick hinter »Schmidts Türe« oder gar unter »Hempels Sofa«. Nein, es ist eine Einladung an die Betrachtenden. Eine Einladung, sich in die Lebenswelt der Familien, in ihren Alltag, vor allem aber auch in ihre Träume hineinzuversetzen. Dabei erfahren wir einiges von der Zuversicht und der Motivation, mit denen die Familien ihre Zukunft gestalten wollen. Und wir sehen die Freude, die in diesen Familien ihren Platz hat. Die Ausstellung ist daher eine sehr ermutigende Dokumentation. Sie macht deutlich: Frühe Hilfen lohnen sich!

Für die gelungene Gestaltung der Ausstellung danke ich den »kreativen Köpfen«:

  • Ihnen Frau Refle und Frau Schindler, stellvertretend für das gesamte Pro-Kind-Team beim Felsenweg-Institut,
  • Ihnen Herr Schultz, von der Agentur »die echolotsen«, für die Konzeption und das sehr ansprechende Design der Ausstellung und
  • Ihnen, Herrn Scheufler. Sie haben mit ihren einfühlsamen Aufnahmen die Botschaften »zwischen den Zeilen« hervorragend in Szene gesetzt.

Besonders möchte ich Ihnen, liebe junge Familien, danken. Dafür, dass Sie bereit waren, an dem Vorhaben mitzuwirken. Sie haben nicht nur Ihre Wohnungstüren geöffnet. Sie haben mit der Ausstellung auch ein Stück Ihres Denken und Fühlens öffentlich gemacht. Ihre Äußerungen und Darstellungen werfen dadurch auch ein besonderes Licht auf Ihre Familienbegleiterinnen. Es wird deutlich, wie wichtig für Sie die Beziehung, das Vertrauensverhältnis zu Ihrer Hebamme oder Ihrer Sozialpädagogin ist. Somit werden Sie, sehr geehrte Familienbegleiterinnen, in den Fotos und Texten Bestätigung und Anerkennung Ihrer Arbeit wiederfinden. Ich danke Ihnen an dieser Stelle für Ihr Engagement.

Sehr geehrte Damen und Herren,
»Wir haben eine Perspektive!« Mit diesen Worten ist das Plakat zur Fotoausstellung überschrieben. Und es gibt wohl kaum eine treffendere Zusammenfassung für das Anliegen, das hinter unserem Landesprojekt steht. Ich hoffe und wünsche, dass die Wander-Ausstellung diese Botschaft an vielen Orten des Freistaates und auch außerhalb Sachsens vermitteln kann. Möge sie ein überzeugendes Plädoyer für die Frühen Hilfen werden.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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